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eBiz@ALMDays 2015

Veröffentlicht am 08.04.2015 von Ronny Ulbricht , ALM , Event

Application Lifecycle Management – kurz ALM – bündelt mehr als nur Tools oder Produkte, es enthält grundsätzliche Konzepte, differenzierte Betrachtungsweisen, Prozesse, ebenso wie eben auch Tools – und noch vieles mehr. Es ist also ein weites Feld, und dessen ist sich Microsoft wohl bewusst, wie die Ausrichtung der diesjährigen ALM Days deutlich zeigt: Zwar stehen ein neuer Team Foundation Server 2015 und Visual Studio (Online) als Microsofts Flagschiffe im Bereich der ALM Produkte im Fokus, aber eben nicht nur diese, sondern auch erweiterte Konzepte der agilen Softwareentwicklung, organisatorischer Wandel, “Continuous Learning” und Cloud Cadence. Das waren nur einige Schlagworte, die bereits im Vorfeld einen spannenden Event erwarten lassen.

Update

Mittlerweile gibt es die Aufzeichnungen der ALMDays 2015 in Bild und Ton. Im folgenden Blog Artikel finden Sie einen Rückblick auf den Event und unter http://www.microsoft.com/germany/visualstudio/aktuell/news/show.aspx?id=msdn_de_57725 relevanten Links zu den Videos.
Viel
Spaß beim ansehen und nachlesen, es lohnt sich!

Ein paar Worte vorweg …

Seit Längerem steht also mal wieder ein “großer” Microsoft Event auf meiner Agenda. Da stellte sich mir natürlich die Frage, mit welcher inhaltlichen Erwartungshaltung ich an diese Veranstaltung herangehen sollte? Als ich mir den Intro-Abstract zu den ALM Days 2015 anschaute und die zugehörige Themenauswahl der Tracks sondierte, bekam ich schnell das Gefühl, es würde um mehr als nur die Microsoft Produktpalette und deren Neuerungen gehen. Nicht zuletzt die agilen Aspekte der Sessions in Track 3 – vor allem mit dem Schwerpunkt Scrum – stimmten mich neugierig. Entsprechend war dann auch meine Erwartung, dass es um End-to-End Szenarien, Philosophien und Mindsets, eben um mehr als nur Tooling aus dem Kosmos des Application Lifesycle Management gehen würde. Ob diese Erwartungen erfüllt wurden, verrate ich am Ende dieses Artikels.Neben den inhaltlichen Erwartungen hatte ich mir persönlich das Ziel gesetzt, regelmäßig vom Event zu twittern – als Verantwortlicher für die Social Media Strategie der eBiz Consulting GmbH. Kontakte aufbauen, Ideen austauschen, interessante Personen treffen und kennenlernen, darauf wollte ich mehr achten und mich nicht nur auf die Sessions fokussieren. Am Ende der beiden Tage hatte ich trotz Zeitmangels konstruktive Gespräche und neue Kontakt.

Nach diesem kleinen Einblick in mein Mindset für die ALM Days 2015 fasse ich nun meine Eindrücke aus zwei Tagen Event und den für mich wichtigsten Sessions zusammen.

Tag 1 – It’s all about expectations

Nach einer relativ ruhigen und für meine Verhältnisse “langen” Nacht, ging der erste Tag der ALM Days 2015 mit einem übersichtlichen Frühstück und einem kurzen Spaziergang zum Veranstaltungsort, dem Airporthotel Van der Valk Düsseldorf, los.

Ich war einer der ersten bei der Anmeldung und hab mir natürlich das obligatorische Badge und die Tasche mit ein wenig Lesestoff für den interessierten “Gast” (siehe Bild) abgeholt.
Meine persönliche Agenda hatte ich mir bereits am Vortag zurechtgelegt und das war gar nicht so einfach, da bei drei parallelen Tracks die Auswahl recht groß und interessant war. Ich entschied mich daher, nicht stur einem Track zu folgen, sondern mir meine Sessions nach persönlichem Geschmack und der Relevanz für unsere Kompetenzfelder zusammenzustellen. Dies sollte sich in verschiedener Hinsicht als gewinnbringend herausstellen.

Begrüßung und Keynote “Engineering system for Cloud Cadence”

Es war ein unterhaltsamer Einstieg in den Tag, geprägt von kleinen Anekdoten rund um den Team Foundation Server. Passend zum 10. Geburtstag des TFS wurde dieser natürlich am Abend des ersten Tages gefeiert. Neno Loje zusammen mit Christian Binder erklärten einleitend das Setup der Veranstaltung, erläuterte die Abläufe sowie die Agenda und gab einen Ausblick, wie man sich die nächsten zwei Tage aus Sicht des Veranstalters vorstellte.

Ohne viel Umschweife wurde der Staffelstab dann an Munil Shah übergeben. Als “Partner Director of Engineering in Microsoft’s Cloud and Enterprise Division” leitet er die Entwicklung der Produkte Visual Studio Online and Team Foundation Server. Hier wurde es dann direkt spannend, die Zuhörer bekamen Einblicke in die Umsetzung der “neuen” und agilen Denkweise bei Microsoft, die sich hinter dem Begriff Cloud Cadence verbirgt. Nach einer kurzen Google Anfrage sollte ich dann schnell merken, dass sowohl Begriff als auch die Idee / das Konzept schon länger kursieren (z.B. journey to a cloud cadence).

Eine schöne Formel 1-Metapher, ein paar gut gewählte Worte über Agilität, Kulturwandel, Rollen und Prozesse, gepaart mit dem noch häufiger im Verlauf der Veranstaltung auftauchenden Mantra “BUILD – MEASURE – LEARN”, das alles im Kontext der Storyline “Wie haben wir bei Microsoft das umgesetzt” , hinterließ bei mir zwei wesentliche Eindrücke:

  • Cool! Ich würde behaupten, Microsoft hat die Ideen und Ansätze von Agilität verstanden, verinnerlicht und angefangen umzusetzen und das bei seiner Unternehmensgröße und Komplexität.
  • Ich freu mich auf die kommenden Sessions, denn wenn das dort transportiert wird, dann hat es sich allemal gelohnt zu kommen

Die Keynote fand empfand ich dementsprechend als sehr gelungen.

High Performance Teams

Gleich zum Auftakt eine agile Session mit Infos aus der Praxis, was kann man sich als zertifizierter Scrum Master denn Besseres wünschen? Thomas Schissler, artisio solutions GmbH und Neno Loje, freier Berater und Microsoft MVP, führten durch eine tolle Session.

Inhaltlich war es für mich zwar nicht viel Neues da unter anderem agile Werte und Methodiken aus SCRUM als agilem Framework aufgenommen und mit Beispielen erläutert wurden. Es gelang beiden zu verdeutlichen, dass vor allem das Mindset und dessen Akzeptanz beim Team entscheidend für den positiven Effekt von agilen Methoden ist. Grundtenor: Eine entsprechende Kultur ist entscheidend für den Erfolg eines High Performance Teams. Meiner Meinung nach einer der wichtigsten Aspekte, die oft hinter Prozessen und Tools verschwindet. Für mich persönlich war dieses Duo übrigens eines der gelungensten Speaker Set-ups der gesamten Veranstaltung – zum enen äußerst unterhaltsam, zum anderen fachlich kompetent.

Erfreuliche Ausweichveranstaltung – Ab Morgen bitte Scrum!

Aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Dr. Tobias Hildebrand – SAP SE konnte ich an einer weiteren Session des “dynamischen Duo´s” Schissler/Loje teilnehmen. Damit hieß es für mich “Ab Morgen bitte Scrum!” aber eben doch schon heute. Im Wesentlichen sollte vermittelt werden, wie man agile Teams in der “Erfolgsphase” hält, und auf welche Aspekte man dabei achten muss.

Ich hatte nichts anderes als die unterhaltsame und kurzweilige Session erwartet, die es auch wurde. Viele Erfahrungswerte, sei es zur Mitarbeitermotivation, zur zielgerichteten Diskussion für bessere Entscheidungen, zur Selbstorganisation, zur Lernkultur oder zur Überwindung von eingefahrenen Denkmustern wie Rollen oder Command & Control Strukturen. Damit wurde die wertvolle und zentraler Kernaussage vermittelt, die schon der Titel etwas sarkastisch zum Ausdruck bringen sollte: “Scrum kann nicht verordnet werden!”

“Ask the Product Group”

Last but definitively not least gab es eine wirklich interessante Runde, die man getrost als Fortsetzung der Panel Discussion des Nachmittags betrachten konnte. Es war eine offene FAQ-Session mit den Gast Rednern der Microsoft Corporation Munil Shah, Sam Guckenheimer und Martin Woodward. Natürlich drehten sich die Fragen primär um all die Infos aus den Sessions des Tages rund um den TFS 2015 und Visual Studio Online, um Produkte, Features und deren Zukunft. Es ging aber ebenso um die Microsoft Philosophie rund um Cloud Cadence und darum, wie Microsoft praxisnahe Probleme adressiert.

Es war wirklich toll zu sehen, wie Microsoft den Anspruch unterstreicht, ein dynamisches Unternehmen zu sein und nicht der starre und träge Tanker, wie es einige Großkonzerne leider oft sein können.

Tag 2 – Es gibt auch Neues…

Der Plan für den zweiten Tag war zunächst offen für mich: Auf der einen Seite war da Development Operations (kurz DevOps) als neues Thema, dem gegenüber stand mein Wunsch, mehr zu Themen aus dem agilen Umfeld zu hören.

Begrüßung und Keynote “Scaling Agile at Microsoft”

Der Tag startete mit der üblichen Begrüßungsrunde und einem Ausblick in den Tag, alles war wieder heiter gestaltet, so dass es gleich wieder Lust auf gute Sessions machte.

Es folgte eine Keynote, gehalten von einem bestens aufgelegten Martin Woodward, Program Manager for the Team Foundation Server Cross Platform Tools Team bei Microsoft. Es ging, wie auch am Vortag, um “the Microsoft way of doing things”, und es war wieder höchst interessant und unterhaltsam. Als roter Faden diente die Geschichte des ersten Telegraphen-Überseekabel und die Analogien zu agilen Methoden und wie sie schließlich auch bei Microsoft zur Anwendung kommen.

Aus dieser Session habe ich nochmals wertvolle Informationen aus dem Microsoft-Erfahrungsschatz für die Praxis mitgenommen.

DevOps für Entwickler

DevOps für Entwickler von Artur Speth, Microsoft Deutschland GmbH, und Thomas Schissler, artisio solutions GmbH, sollte einen Einblick in einen der aktuellen Trends der agilen Softwareentwicklung geben.

Ich hatte den Begriff zwar bereits wahrgenommen, mich damit aber noch nicht tiefergehend beschäftigt. Die Problematik von sogenannten Big Bang Releases und die damit zusammenhängenden Probleme sind mir aus eigener Projekterfahrung bekannt. Was liegt also näher und ist schlüssiger, als auch in der Verbindung zwischen Entwicklung und Betrieb agile zu werden? Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt, es gibt auch Herausforderungen im Bereich von zum Beispiel Stabilität, Datenschutz aber auch Nutzerakzeptanz, die es zu adressieren gilt.

Diese Session war gelungen, schlüssig und kurzweilig.

CRM meets ALM

Allein der Titel ließ die Erwartungen an diesen Vortrag steigen. Sebastian Müller, Geschäftsführer der PROLAN Datensysteme GmbH, referierte zum Thema der besseren Einbindung von Vertrieb, Marketing und Service in die ALM Prozesse. Szenarien der Integration von TFS und Dynamics CRM sollte es ebenso geben.

Es zeigte sich schnell, dass nicht alle die gleichen Erwartungen an diesen Vortrag hatten, denn sowieso schon dünn besucht, verlor der Vortrag noch Zuhörer. Ich hatte mir auch mehr Inhalte auf Prozessebene gewünscht, da ALM eben mehr ist als der TFS als Produkt. Am Ende hat sich die Session aufgrund der Anschlussgespräche aber dennoch gelohnt.

Visual Studio ALM – Ausgesuchte Best Practices und Erweiterungen

Die für mich letzte Session an diesem Tag war ein Ausfug in die Welt hilfreicher Tools, die Teams in der Arbeit mit dem TFS, Visual Studio (Online) und im agilen Umfeld unterstützen.

Bei diesem Slot blühte nochmal das Entwickler-Herz auf, denn es wurden Tools gezeigt, die mir Impulse und Ideen gaben, wie man agile Projekt durch entsprechendes Tooling für bestimmte Rollen noch angenehmer machen könnte. Ein perfekter Abschluss für zwei richtig gute Tage.

Résumé zu zwei Tagen ALM Days 2015

Wie bewertet man einen Event, der so viele verschiedene Eindrücke hinterlassen hat?

Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen: Es wurde, denke ich, an den gewählten Highlights deutlich, dass meine anfangs formulierten Erwartungen gut erfüllt wurden, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass noch der eine oder andere Aspekt der Governance näher beleuchtet worden wäre, um das Bild abzurunden.

Positiv hervorheben möchte ich die in meinen Augen vielen hervorragenden Sprecher der Veranstaltung. Ich persönlich habe selten so eine hohe Dichte an kompetenten Leuten auf einer Konferenz erlebt. Es gab fast keine Session, die mir von der Präsentation her nicht gefallen hat, und viele waren darüber hinaus noch sehr unterhaltsam gestaltet. Man konnte sich mit eigentlich allen Sprechern ins Gespräch kommen und das nicht nur direkt nach der Session, und das galt auch für die “Gast-Stars” der Microsoft Product Group wie Munil Shah, Sam Guckenheimer und Martin Woodward.

Mein Fazit: der Besuch bei den ALM Days 2015 hat sich gelohnt, und ich empfehle den Eventdurchaus weiter! Für mich steht jedenfalls fest:

ALM DAYS 2016 – Ich werde wieder dabei sein, und ich freue mich, wenn wir uns dort treffen!

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